Boykott der EM in der Ukraine


 

© lassedesignen - Fotolia.com

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In den vergangenen Wochen war innerhalb der Medienberichte immer häufiger von einem möglichen Boykott der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine die Rede. Vor Kurzem sagte ein weiterer Staatschef eine Reise in die Ukraine ab. In Kiew jedoch stoßen die Forderungen aus Deutschland nach einem Boykott der Fußball-EM seitens der Bundesregierung auf Unverständnis.

In Deutschland wiederum stößt man auf solch harsche Kritik, sobald es sich um den Umgang mit der in der Ukraine inhaftierten Ex-Premierministerin Julia Timoschenko dreht. Stephan Mayer, als Mitglied des Sportausschusses im Bundestag, veräußerte sogar, dass kein Mitglied der Bundesregierung als Zuschauer an der EM teilnehmen sollte. Mayer ist der Meinung, die EM könnte für die Ukraine zu einem wahren Debakel werden, wenn Kiew im Fall Timoschenko nicht bereit ist, einzulenken.

Von anderen Politikern wiederum hört man deutlich, dass sie sich gegen einen solchen Boykott aussprechen. Zwar wolle man die Bundesregierung dabei unterstützen, dass Julia Timoschenko eine entsprechende ärztliche Behandlung bekommt, doch sieht man einen Boykott als keine mögliche Lösung für etwas, das derzeit nicht von Staatsgemeinschaften gelöst werden kann. Dennoch ist es eben so wenig denkbar, als Politiker in die Ukraine zu fahren und die bestehenden schweren Probleme einfach auszublenden. Die Zustände des Landes werden von vielen Seiten scharf kritisiert und besorgt beobachtet.

Nachdem bereits Joachim Gauck die Reise zum geplanten Gipfeltreffen im Mai abgesagt hatte, tat ihm der tschechische Präsident Václav Klaus dies gleich und ließ als Hauptgrund für die Absage Bedenken in Bezug auf die Inhaftierung der Oppositionsführerin Timoschenko nennen.

Nach einem international umstrittenen Prozess war diese im vorigen Jahr zu sieben Jahren Straflager wegen Amtsmissbrauchs verurteilt worden. Seit Ende April befindet sie sich im Hungerstreik und wirft dem Staat Foltermethoden in Haft vor.
Dennoch spricht sich ein Großteil gegen einen Boykott aus und bezweifelt die Wirksamkeit solcher Vorhaben.


20 Kommentare

  1. Jan sagt:

    Und was soll das bitte bringen? Ich finde der Sport sollte Sport bleiben. Es war ein Fehler eine EM da überhaupt hin zu vergeben, jetzt muss man eben mit den Konsequenzen leben. Nach China und jetzt nach Russland gibt man ja auch Olympia und alle finden es toll.

  2. Hagen sagt:

    Also ein wenig politischer muss man das schon sehen. Auch der Sport hat seine Stellung in der Gesellschaft und sollte gerade deswegen auch zeigen, was er von solch einer Politik hält.

  3. Susann sagt:

    Ich weiß ja nicht ob es jemand mit bekommen hat. Aber beim ESC hat Anke Engelke sich auch gegen die Politik in Aserbaischan ausgesprochen bei der Punkteabgabe. Kreativ und doch wirkungsvoll. Also es gibt auch Wege ohne für einen Eklat zu sorgen.

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