Länderinformationen: Bulgarien (Бългapия)

Amtliche Bezeichnung: Republika Balgarija (Republik Bulgarien)
Hauptstadt:
Weitere größere Städte:
Einwohner: ca. 8,2 Mio. (davon 1,1 Mio. in Sofia)
Fläche: 110 993 km²
Verwaltungsgliederung: 9 Regionen (Oblast): Stadt Sofia, Region Sofia (Pernik, Kjustendil, Blagoevgrad), Region Plovdiv (Plovdiv, Pazardzhik, Smolian), Region Haskovo (Haskovo, Stara Zagora, Kardjali), Region Burgas (Burgas, Yambol, Sliven), Region Varna (Varna, Shoumen, Dobrich), Region Ruse (Ruse, Silistra, Razgrad), Region Lovech (Lovech, Pleven, Gabrovo), Region Montana (Montana, Vratsa, Vidin).
Amtssprache: Bulgarisch.
Das Bulgarische ist eine südslawische Sprache. Hauptdialekte sind Ost- und Westbulgarisch. Es wird die kyrillische Schrift verwendet.
Religion: ca. 86% Bulgarisch-orthodoxe Christen, 13% Muslime
Nationalfeiertag: 3. März (Tag der Befreiung von der osmanischen Herrschaft, Frieden von San Stefano am 03.03.1878 )
Politik: Bulgarien ist seit 1991 parlamentarische Republik.

Währung: 1 Lew (Lw) = 100 Stotinki (St.)
Wirtschaft & Finanzen:
Verkehr:
Bildung & Wissenschaft:
Kultur:
  • Ministerstvo na kulturata – Ministerium für Kultur der Republik Bulgarien.
  • SLOVOTO, die virtuelle Bibliothek bulgarischer Literatur (die meisten Texte sind nur auf Bulgarisch, eine englische Version ist im Aufbau);
    bulgarische Schriftsteller: Jordan Jowkow (1880-1937) u.a.
  • B’lgarskijat kino sajt (alles über den bulgarischen Film).
Veranstaltungen/Events:
  • Sofia International Film Festival (seit 1997, findet jedes Jahr im März statt).
Tourismus:
weitere Links:
Geschichte:
  • 681-1018: Erstes Bulgarisches Reich (Staatsgründer: Chan Asparuch), 864 nimmt Boris I. das Christentum an.
  • 1018-1185: Bulgarien steht unter byzantinischer Herrschaft.
  • 1187-1393: Zweites Bulgarisches Reich.
  • 1393-1876: Bulgarien steht unter der Herrschaft des Osmanischen Reiches.
  • 1878: Nach dem Russisch-Türkischen Krieg (1877-1878) erlangt Bulgarien im Frieden von San Stefano die Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich. Dies wird jedoch nach dem Berliner Kongress teilweise revidiert: Das nördliche Bulgarien wird ein autonomes Fürstentum, bleibt aber dem Osmanischen Reich tributpflichtig. (Dagegen wird den Fürstentümern Rumänien, Serbien und Montenegro die Unabhängigkeit bestätigt) Alexander von Battenberg wird zum Fürsten gewählt. Das durch den Berliner Vertrag entstandene Ostrumelien (=Südbulgarien mit damaliger Hauptstadt Plovdiv) bleibt osmanische Provinz.
  • 1885: Vereinigung Bulgariens mit Ostrumelien. Serbisch-Bulgarischer Krieg.
  • 1908: Prinz Ferdinand von Sachsen-Coburg-Gotha (Nachfolger Battenbergs) erklärt Bulgarien zu einem unabhängigen Königreich und läßt sich zum Zaren krönen.
  • 1912: Bulgarien, Serbien, Griechenland und Montenegro schließen sich zum Balkanbund zusammen und greifen im 1. Balkankrieg die Türkei an, um das türkische Makedonien für sich zu gewinnen. Die Türkei muss als Verlierer den Großteil seines europäischen Gebietes abtreten.
  • 1913: Bulgarien beginnt wegen eines Streits um die Aufteilung Makedoniens den 2. Balkankrieg gegen Serbien und Griechenland. Im Frieden von Bukarest verliert Bulgarien die zuvor gewonnenen Gebiete und muß die Süddobrudscha an Rumänien abtreten. Makedonien kommt an Serbien und Griechenland, Adrianopel zurück an die Türkei.
  • 1915-1918: Bulgarien schließt sich im Ersten Weltkrieg den Mittelmächten (Deutschland und Österreich-Ungarn) an und beteiligt sich an der Niederwerfung Serbiens und Rumäniens. Die Süddobrudscha erhält es zurück. 1918 Waffenstillstand mit der Entente (Frankreich, England, Russland). Zar Boris III. wird Nachfolger seines Vaters.
  • 1919: Bulgarien muß im Frieden von Neuilly die Süddobrudscha erneut an Rumänien abtreten. Ostthrakien kommt an Griechenland und Strumica (Stadt in Mazedonien) an Serbien. Präsident A. Stambulijski wird 1923 gestürzt und ermordet.
  • 1935: Nach einem Militärputsch (1934) und der Auflösung der politischen Parteien folgt eine autoritäre Regierung unter Zar Boris III.
  • 1940: Bulgarien schließt sich den Achsenmächten an und gestattet deutschen Truppen gegen territoriale Versprechen den Durchmarsch nach Jugoslawien und Griechenland. Die Süddobrudscha erhält es auf deutschen Druck (2. Wiener Schiedsspruch) von Rumänien zurück.
  • 1943: Tod Boris III., sein minderjähriger Sohn Simeon II. wird König.
  • 1944: (Sept.) Die Sowjetunion erklärt Bulgarien den Krieg, Einmarsch sowjetischer Truppen. Machtübernahme durch die kommunistische “Vaterländische Front”. Bulgarien erklärt dem Deutschen Reich den Krieg.
  • 1945-48: Bulgarien wird Volksrepublik mit Georgi Dimitrov als Regierungschef. Ebenso wie in den anderen ehemaligen Feindstaaten der UdSSR (Rumänien und Ungarn) werden Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nach sowjetischem Vorbild umgestaltet. Abschaffung der Monarchie, König Simeon II. wird aus Bulgarien vertrieben.
  • 1947: Im Friedensvertrag von Paris werden die Grenzen von 1940 bestätigt.
  • 1954: Todor Živkov wird Generalsekretär der KP. Innen- und außenpolitisch erfolgt eine enge Anlehnung an die Sowjetunion.
  • 1989: Schwere Unruhen, Ausreise Hunderttausender bulgarischer Türken (Živkov betrieb eine minderheitenfeindliche Politik). Živkov wird durch reformorientierte kommunistische Kräfte gestürzt.
  • 1990: Bei den ersten freien Wahlen setzen sich zunächst die reformbereiten Kommunisten durch. Bis Mitte der 90er Jahre gibt es zahlreiche Regierungswechsel.
  • 1996: Petar Stojanov (von der Oppositionsartei ODS) wird zum Präsidenten gewählt. Bankenkrise.
  • 1997-2001: Nach Wirtschafts- und politischer Krise (Stürmung des Parlaments) Reformen unter Ministerpräsident Kostov.
  • 2001: Simeon Sakskoburggotski (der frühere Zar Simeon II.) wird neuer Ministerpräsident.
  • 2004: NATO-Beitritt
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