Die Angst vor Ungarns Rechtsextremen


Die gesellschaftliche Ausgrenzung der SInti und Roma in Ungarn nimmt kein Ende

Die gesellschaftliche Ausgrenzung der SInti und Roma in Ungarn nimmt kein Ende

Das politische Klima in Ungarn ist angespannt. Bereits seit dem Jahr 2009 ist die rechtsextreme Partei Jobbik im Parlament vertreten, und auch durch die Wahl des neuen Regierungschefs Victor Orban hat die politische Führung Ungarns einen Rechtsruck erlebt. Das ist auch im alltäglichen Leben zu spüren.

Ungestraftes Aufmarschieren

Ungarns Neonazis sind seit Jahren in der sogenannten Ungarischen Garde organisiert, die zwar 2009 verboten wurde, sich aber innerhalb kürzester Zeit Nachfolgeorganisationen gebildet haben. Diese Garden marschieren regelmäßig auf und zeigen militante Präsenz in den Roma-Siedlungen Ungarns. Ihre uniformierten Aufmärsche verstoßen eigentlich gegen ein von Orban erlassenes Gesetz, was Märsche von Garden und anderen Uniformträgern in Wohngebieten verbietet, gehindert werden sie dennoch nicht an ihren martialischen Auftritten. Die Drangsalierung durch die Neonazis ist also präsent und es wirkt so, als dass die Roma von Staatsseite her mit nicht viel Unterstützung rechnen könnten.

Gesetzliches Vorgehen unausgewogen 

Nun hat die Seite der Roma reagiert. Kürzlich wurde eine sogenannte Roma Garde gegründet, die nach eigenen Angeben zum Selbstschutz der Roma und Sinti aufgestellt wurde. Kopf und selbsternannter Kommandante ist Ferenc Bagó, der aber nun wegen Verdachts der Gründung einer kriminellen Vereinigung verhaftet wurde. Dies geschah nur wenige Tage nach Bekanntwerden der Existenz der Roma Garde. Dieses schnelle Eingreifen ist gegen die Neonazis nicht bekannt, was das Misstrauen gegen die Regierung erneut schüren wird. Gesetzlich bewegt sich die Garde sowieso in einer Grauzone. Aufmärsche und Patrouillen sind eigentlich gesetzlich verboten, könnten aber umgangen werden, wenn die jeweilige Kommune ihr Einverständnis gibt. Das ist nun mit der Verhaftung Bagós noch ein bischen unwahrscheinlicher geworden.

Vertrauen der Roma in ihre Regierung futsch

Klar ist, dass die Gründung der Roma Garde nur ein weiterer verzweifelter Schritt ist, die eigene Lage verbessern zu wollen. Das Vertrauen in die Regierung haben Ungarns Roma, deren Lebenssituation sich immer mehr verschlechtert und die soziale Ausgrenzung zum täglichen Leben gehört, schon längst verloren.

Bilderrechte: © LE image – Fotolia.com

24 Kommentare

  1. Manni sagt:

    Ich denke man muss schon aufpassen, dass es in Ungarn nicht zu sehr in die rechte Ecke kippt. Aber der Regierungschef wurde ja leider auch frei gewählt und somit kann man wenig dagegen machen.

  2. Hulk sagt:

    Die Roma werden ja fast überall ausgegrenzt, auch in Frankreich gibt es immer wieder Aktionen gegen diese Menschen. Ich frage mich immer was eigentlich das Probelm ist. Die tun doch niemanden was.

  3. Anne sagt:

    Es gibt einfach zu viele Vorurteile gegen die Roma. Sie klauen viel und essen kleine Kinder, dass haben sie uns immer erzählt. Aber nix destotrotz muss was geschehen. Ich finde da könnte auch die EU mal was sagen, mischen sich sonst ja auch über ein.

Hinterlasse ein Kommentar