Ein orientalischer Tanzkurs ist gut für Fernwehkranke


Der orientalische Tanz hat in den letzten zehn Jahren ein echtes Comeback erlebt. Dabei fallen unter diesen Begriff ganz unterschiedliche Tanzstile aus vielen verschiedenen Ländern. Gemeinsam ist ihnen, dass sie alle eine berstende Lebensfreude ausstrahlen; seltener im klassischen Paartanz getanzt werden als die europäisch geprägten Tänze; im Gegensatz zum europäischen Tanz wie beispielsweise dem Ballett nicht dem Himmel, sondern der Erde als Bezugspunkt zugewandt sind; beckenorientierte, als sinnlich wahrgenommene Bewegungen zum Zentrum haben; und mit Kostümen arbeiten, die den ganzen Farbenreichtum des Orients einfangen. Oft liegen den Tänzen des Orients Geschichten, Mythen oder poetische Erzählungen zugrunde, und das Tanzen gleicht einem Erzählen mit dem Körper. Diese Art der non-verbalen, folkloristischen Kommunikation zu fühlen ist ebenso eine Voraussetzung zur Erlernen orientalischer Tänze wie die Schrittfolgen an sich. Besonders interessant ist es auch, sich gleichzeitig mit dem Erlernen des Tanzes mit der Kultur zu beschäftigen, die ihn hervorgebracht hat. So sind die Bollywood-Tänze eine faszinierende Mischung aus klassischen indischen Volkstänzen und modernem Jazz, auf so unauflösliche Weise miteinander verquickt wie die Tradition und die Moderne in den großen indischen Metropolen selbst. Wer sich nun also entschließt, dass ein orientalischer Tanzkurs das richtige wäre, sollte sich zunächst einen Überblick über die verschiedenen Stile verschaffen. Im Internet kann man das mit Hilfe der Suchmaschinen problemlos tun. Danach kann man nach den lokalen Tanzschulen suchen, bei denen ein orientalischer Tanzkurs angeboten wird. Hierbei sollte man auch die Angebote der Volkshochschulen oder anderer öffentlicher Bildungseinrichtungen nicht von der Hand weisen. Oft findet man an diesen Tanzlehrer und Lehrerinnen, die selbst aus den betreffenden, orientalischen Ländern kommen und dort vor Ort ihre Ausbildung genossen haben, bevor sie nach Deutschland gekommen sind. Das kann bei Tänzen, die so sehr mit der Kultur eines Landes verbunden sind, die ganze Erfahrung noch um einige Nuancen bereichern. Oft ist der resultierende Tanzkurs authentischer, als wenn er von jemand unterrichtet wird, der den Tanz selbst erst als Zusatzausbildung zu einer klassischen europäischen Tanzbildung erlernt hat. Hat man einen entsprechenden Kurs gefunden, steht dem Tanzvergnügen in exotisch-bunten Saris oder flirrenden Bauchtänzerinnen-Kostümen nichts mehr im Weg. Bild: Fotografie: Kira/ Bearbeiter: Joane  / pixelio.de

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