Geplant: Elektronische Maut in Ungarn
panthermedia.net Ingram Vitantonio Cicorella
Die Idee einer elektronischen Maut für LKW besteht in Ungarn schon lange, nun soll sie tatsächlich umgesetzt werden. Man habe sich bereits für eine Einführung dieser Maut entschieden, es mangelt nur noch an einem konkreten Zeitplan, festen Tarifen und so weiter. Das hat nun das Ungarische Ministerium für Nationale Entwicklung bestätigt. Eigentlich hätte ein solches Maut-System bereits 2008 (und dann 2009) in Kraft treten sollen. Damals waren sogar die österreichische Kapsch TrafficCom und Siemens Österreich als zuständige Unternehmen im Gespräch. Nun soll die Maut 2014 umgesetzt sein, so die ungarische Zeitung “Magyar Hirlap“. So müssten LKW im Schnitt 0,07 Euro (umgerechnet 20 Forint) für jeden zurückgelegten Kilometer blechen.
Die Fahrer von PKWs können dagegen aufatmen, sie können weiterhin die bisher üblichen Vignetten für die Autobahn benutzen, so zumindest der Gesetzesentwurf. Positiv ist, dass für Fahrzeuge mit geringem Verbrauch eventuell eine kostenlose Nutzung der hochrangigen Straßen eingeführt wird. Dafür soll die Mautpflicht auf alle Autobahnen geltend gemacht werden. Die bisher kostenfreie M0 (die Umfahrungsautobahn der Hauptstadt Budapest) soll im Zuge dessen auch nur noch gegen eine Gebühr befahrbar sein.
Ausserdem soll die Entwicklung dieses elektronischen Mautsystems umgerechnet circa 174 Millionen Euro kosten – was aber durch die zusätzliche Abgabe unverzüglich im ersten Jahr nach ihrer Einführung und den Einnahmen aus der Vignette für PKWs wieder wett gemacht werden soll. Mit Einnahmen um 379 Millionen Euro. Willkommenes Geld in der vom staatlichen Budgetdefizit geschwächten Regierung.

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