Lokale Proteste gegen polnisches AKW


© Smileus - Fotolia.com

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Für den deutschen Bürger ist in den letzten Jahren der Protest gegen Atomkraft ein wichtiger gesellschaftlicher Diskurs geworden. Auch in unseren Nachbarländer ist der Streit nicht zuletzt durch die Nuklearkatastrophe in Fukushima neu entflammt und hat die Bürger zum Umdenken bewegt. Das hat nun auch die Atomkraftlobby in Polen zu spüren bekommen: in einem ersten Referendum wurde gegen den Bau eines Atomkraftwerks in der polnischen Ostseestadt Mielno entschieden. Überraschend hierbei war die Klarheit, mit der sich das Ergebnis gestaltet. Von 4100 der stimmberechtigten Bewohner der Kleinstadt nahmen 2366 Menschen teil, wobei 2237 von ihnen für „Nein“ votierten – somit sind mehr als 94 Prozent der Wähler gegen den Bau des AKW.

 Die Regierung und der für den Bau zuständige Konzern Polska Grupa Energetyczna (PGE) erklärten in einer ersten Stellungnahme, dass das Wahlergebnis auf einer „Desinformation der Bürger“ basiere. Die Regierung hatte zuvor die Vorteile des Baus medial propagiert und als erwünscht dargestellt. Die trotz allem heftige Zurückweisung des Plans durch die Bevölkerung lässt sich jedoch leicht erklären. So hatten die Meisten der Bürger von einer möglichen Errichtung eines Atomkraftwerks durch die Medien erfahren, bevor die Gemeinde offiziell informiert wurde.

 Das 130 Kilometer östlich von Usedom gelegen Mielno gilt als Kur- und Badeort. Die Einwohner sind meist im Bereich des Tourismus angestellt – ein 25 Kilometer langer Sandstrand wird ergänzt von unzähligen Pensionen, Gaststätten und Souvenirläden, deren Verbleib im Falle der Durchsetzung der Planungen der Regierung fraglich wäre.

 Die Polnische Regierung sieht vor, bis 2025 ihre ersten beiden Atomkraftwerke errichtet zu haben.

Auch aus Deutschland gibt es massiven Widerstand – 30.000 Protestbriefe wurden an die Regierung des Nachbarlands verschickt.

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