Länderinformationen: Mazedonien (Maкeдoниja)

Amtliche Bezeichnung: Republika Makedonija (Ehemalige Jugoslawische Republik Makedonien)
Völkerrechtlich hat der Staat seit der Unabhängigkeitserklärung 1991 nach wie vor die provisorische Bezeichnung Former Yugoslav Republic of Macedonia (F.Y.R.O.M.).
Der Name Mazedonien ist die westeuropäische Bezeichnung für das Königreich Makedonien der Antike (denn der Name kam nicht über das Griechische, sondern über das Lateinische nach Westeuropa).
Hauptstadt:
Weitere größere Städte:
Einwohner: ca. 2,2 Mio. (davon 541 000 in Skopje)
Fläche: 26 713 km²
Verwaltungsgliederung: zentrale Verwaltung, 123 Gemeinden
Nationalfeiertag: 8. September (Unabhängigkeitstag)
Amtssprache: Makedonisch
Das Makedonische ist eine südslawische Sprache und steht dem Bulgarischen nahe (in Bulgarien wird die makedonsiche Sprache deshalb oft nicht als eigenständige Sprache, sondern als Dialekt des Bulgarischen betrachtet). Die makedonische Schriftsprache, geschrieben mit kyrillischem Alphabet serbischen Typs, wurde erst 1944 geschaffen.
Bevölkerung: ca. 66% Makedonier, 23% Albanier, außerdem Türken, Serben u.a.
Religion: ca. 59% orthodoxe Christen, 26% Muslime u.a.

Politik:
  • Die Regierung der Republik Mazedonien.
  • Das Parlament der Republik Mazedonien.
  • Der Präsident der Republik Mazedonien.
  • Der Premierminister der Republik Mazedonien.
  • Agencija za informacii – Informationsagentur der Republik Mazedonien.
  • Parteien: VMRO, PDSh (“Demokratische Partei der Albaner”), “Demokratische Union für Integration” u.a.
Währung: 1 Makedonischer Denar = 100 Deni
Wirtschaft & Finanzen:
Transport:
  • MAT – Macedonian Airlines.
  • Makedonski Železnici (MŽ) – Macedonian Railways.
Bildung & Wissenschaft:
Kultur: Da die Schriftsprache erst sehr spät geschaffen wurde, erscheint der erste Roman in makedonsicher Sprache erst 1952 (Slavko Janevski: Das Dorf hinter den sieben Eschen). Die Romane von Stale Popov (1899-1965) und Jordan Leov (*1920) handeln meistens vom Schicksal und der Mentalität der mazedonischen Bauern und Kleinstädter.

  • Literatur: Macedonia P.E.N. Centre.
  • Republic of Macedonia – Culture – Regierungsseite mit Infos zum kulturellen Leben in Mazedonien und dem aktuellen Kulturrogramm.
Veranstaltungen/Events: Festivals:

  • Ohrid Sommer Festival mit Musik- und Theateraufführungen (jedes Jahr im Juli/August).
  • Skopje Jazz Festival (jedes Jahr im Oktober).
  • Balkan Folklore-Festival in Ohrid (jedes Jahr im Juli).
  • Galičko Leto (Galičnik-Sommer)im Dorf Galičnik (jedes Jahr im Juli): Teil des Festivals ist die “Hochzeit von Galičnik”, eine traditionelle Hochzeitszeremonie.
Tourismus: Touristisch intressante Ziele sind die Stadt Ohrid (die Altstadt mit seinen zahlreichen Klöstern gehört zum Weltkulturerbe) und der Ohridsee, ebenfalls der Prespasee und Dojransee.
Wintersportzentren sind die Orte Popova, Sapka, Mavrovo und Pelister.

  • Tourist Association of Republic of Macedonia.
weitere Links:
Geschichte:
  • Seit 1371 gehört Mazedonien zum Osmanischen Reich.
  • 1878: Mazedonien wird im Frieden von St. Stefano vorübergehend dem autonomen Bulgarien zugeschlagen, verbleibt aber nach dem Berliner Kongreß beim Osmanischen Reich. Es entstehen Auseinandersetzungen zwischen Griechenland und Bulgarien um die Angliederung Mazedoniens (“Makedonische Frage”).
  • 1893: Gründung der Inneren Makedonischen Revolutionären Organisation (IMRO) in Saloniki. Ihr Ziel ist die Befreiung des Landes von der osmanischen Herrschaft.
  • 1912: Bulgarien, Serbien, Griechenland und Montenegro schließen sich zum Balkanbundzusammen und greifen im 1. Balkankrieg die Türken an, um das türkische Makedonien für sich zu gewinnen. Das Osmanische Reich muß als Verlierer schließlich den Großteil seines europäischen Gebietes abtreten.
  • 1913: Bulgarien (das die Hauptlast des ersten Krieges getragen hatte) beginnt wegen eines Streits um die Aufteilung Makedoniens gegen Serbien und Griechenland den 2. Balkankrieg. Im Frieden von Bukarest kommt das sog. Vardar-Mazedonien (Vardar = Hauptfluß Makedoniens, mündet bei Saloniki ins ägäische Meer) an Serbien und das sog. Ägäis- Mazedonien an Griechenland. Bulgarien erhält nur einen kleinen Teil im Osten.
  • Im 1. Weltkrieg besetzt Bulgarien ganz Mazedonien, muß aber 1919 alle Gebiete bis auf einen kleinen Teil (das sog. Pirin-Mazedonien) zurückgeben. Vardar-Mazedonien kommt 1918 als Teil Serbiens zum neugegründeten Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen.
  • In den 20er Jahren kommt es zu blutigen Aufständen unter der Führung der IMRO. Ziel ist die Herauslösung Makedoniens aus dem Königreich und Erlangung der Unabhängigkeit des Landes.
  • Im 2. Weltkrieg besetzt Bulgarien das jugoslawische (und teilweise das griechische) Mazedonien. Ein Teil des Landes wird von deutschen Truppen besetzt. 1944 wird Mazedonien von jugoslawischen Partisanen freigekämpft.
  • 1945: Vardar-Mazedonien wird jugoslawischer Bundesstaat.
  • 1990: Die ersten freien Parlamentswahlen gewinnt die wiedergegründete IMRO, die sich für die nationale Einheit des jugoslawischen, griechischen und bulgarischen Mazedoniens einsetzt (sie wird jedoch nicht an der Regierung beteiligt).
  • 1991: Unabhängigkeitserklärung. Präsident wird Kiro Gligorov (amtiert bis 1999).
  • 1993: Die Aufnahme in die UNO erfolgt unter Schwierigkeiten, weil Griechenland wegen der gleichnamigen Region in Nord-Griechenland ein historisch begründetes “Exklusivrecht” auf den Namen Makedonien beansprucht und außerdem ein Veto gegen die von der Republik Makedonien gewählte Flagge mit der Abbildung der Sonne von Vergina (dem Staatssymbol des makedonischen Königs Philipp II. (359-336 v. Chr.) einlegt; seinem makedonischen Einheitsstaat gehörte auch der griechische Teil Makedoniens an). Griechenland verhängt 1994 gegenüber Mazedonien ein Wirtschaftsembargo, das erst über ein Jahr später nach einer Änderung der makedonischen Flagge aufgehoben wird.
  • 2001: Gefechte zwischen albanischen Rebellen und mazedonischen Regierungstruppen in der Region um Tetovo. Die albanische Minderheit in Mazedonien kämpft um mehr Rechte.
  • (…)
mazedonische Zeitungen & Zeitschriften

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