Länderinformationen: Moldawien (Moldova)

Amtliche Bezeichnung: Republica Moldova (Republik Moldau)
Hauptstadt:
  • Chisinau.
Weitere größere Städte:
  • Bălţi (dt. Belzy), Cahul (russ. Kagul), Ungheni, Soroca, Orhei, (…)
    Transnistrisch-Moldauischen Republik: Tiraspol’ (Hauptstadt der PMR), Bendery (rum. Tighina), Kamenka, Rybnica (rum. Ribniţa), Dubossary,
Einwohner: ca. 4,5 Mio. (davon in Chisinau 765 000)
Fläche: 33 700 km²
Verwaltungsgliederung: Moldawien besteht politisch gesehen aus drei Landesteilen: der selbsternannten Republik Transnistrien, dem autonomen Gebiet der Gagausen und dem restlichen Staatsgebiet.
Amtssprache: Moldauisch (Rumänisch).
Die moldauische Schriftsprache ist mit der rumänischen identisch, bediente sich aber bis 1989 der kyrillischen Schrift. Das Moldauische gehört zu den romanischen Sprachen.
Als Verkehrssprache ist außerdem Russisch weit verbreitet. Im Süden des Landes (in Gagausien) wird Gagausisch (eine Turksprache) gesprochen.
Nationalitäten: Moldauer, Ukrainer, Russen, Gagausen, Bulgaren, Juden u.a.
Religion: ca. 60% Christen (Rumänisch-Orthodoxe und Russisch-Orthodoxe), 10% Juden u.a.

  • The Federated Jewish Communities of Moldova.
Politik:
  • Regierung der Republik Moldawien.
  • Präsident der Republik Moldawien.
  • Parlament der Republik Moldawien.
Währung: 1 Moldau-Leu = 100 Bani
Wirtschaft & Finanzen:
Transport:
Kultur:
Veranstaltungen/Events:
  • (…)
Tourismus:
weitere Links:
Geschichte: Das Kerngebiet des heutigen Moldawiens ist die historische Landschaft Bessarabiengelegen zwischen Pruth, Dnjestr (ukr. Dnister, rum. Nistru), Donau und Schwarzem Meer. Der südliche Teil Bessarabiens (Budschak) gehört heute zur Ukraine.
(Das Fürstentum Moldau hingegen ist – ebenso wie die Walachei – eine historische Landschaft in Rumänien.)

  • (…)
  • 14. Jh.: Das Land wird von dem walachischen Fürstenhaus Besarab erobert (so erhält Bessarabien seinen Namen).
  • Anfang 16. Jh.: Bessarabien gerät unter die Herrschaft des Osmanischen Reiches.
  • 1812: Im Frieden von Bukarest kommt Bessarabien an das Russische Reich.
  • 1856: Nach dem Krimkrieg wird der südwestliche Teil Bessarabiens (die Gebiete Izmail, Bolgrad, Cahul) an das Fürstentum Moldau abgetreten, nach dem Berliner Kongress 1878 kam das Gebiet aber wieder zurück an Russland.
  • 1918: Nach dem Ersten Weltkrieg Unabhängigkeit von Russland. Nach einer kurzen Phase als unabhängige Republik (Moldauische Demokratische Republik) vereinigt sich Bessarabien mit Rumänien. (Die Bevölkerungsmehrheit spricht einen rumänischen Dialekt.) Der Dnjestr ist Grenzfluß zwischen Rumänien und der Sowjetunion.
  • 1924: Die Sowjetunion gründet innerhalb der Ukrainischen SSR im ukrainisch-rumänischen Grenzgebiet östlich des Dnjestr die Moldauische Autonome Sowjetrepublik (Moldauische ASSR). Hauptstadt wird Balta (heute Ukraine), abgelöst 1929 von Tiraspol’.
  • 1940: Die Sowjetunion hat wegen Bessarabien Revisionsansprüche an Rumänien und besetzt Bessarabien und die nördliche Bukowina (diese Provinz mit der Hauptstadt Czernowitz gehörte vorher nie zu Russland). Der Abtritt Bessarabiens an die Sowjetunion wurde zuvor im Geheimen Zusatzprotokoll zum deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt vereinbart (Ende Juni).
    (August:) Ein Teil der Moldauischen ASSR wird mit Bessarabien zur Moldauischen SSR vereinigt, die damit den Status einer Teilrepublik der Sowjetunion erhält. Kišinev (Chisinau) wird Hauptstadt. Der überwiegend von Ukrainern bewohnte südliche Teil Bessarabiens am Schwarzen Meer (mit den Städten Izmail und Belgorod-Dnestrovskij) sowie die nördliche Bukowina werden an die Ukrainische SSR angegliedert. Kollektivierung der Landwirtschaft, Ansiedlung von Russen und Ukrainern.
    (September:) Deutsch-sowjetische Vereinbarung über die “Umsiedlung der deutschstämmigen Bevölkerung aus den Gebieten von Bessarabien und der nördlichen Bukowina in das Deutsche Reich”.
  • 1941 (Juni): Dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion schließen sich unter dem rumänischen Diktator Marschall Ion Antonescu auch rumänische Truppen an. Die Deutschen überlassen Rumänien Bessarabien, die nördliche Bukowina sowie das Gebiet zwischen Dnjestr und südlichem Bug in der Ukraine. Letzteres wurde von Rumänien als “Transnistrien” verwaltet. Progrome gegen bessarabische Juden, die in Ghettos und Todeslager in Transnistrien deportiert wurden.
  • 1944: Wiedereroberung Bessarabiens durch die Rote Armee. Rumänien wechselt die Fronten (Antonescu wird abgesetzt, König Mihai I. wieder eingesetzt). Rumänien muss infolge der Kriegsniederlage Bessarabien, die nördliche Bukowina und Transnistrien wieder an die Sowjetunion abtreten. Die Moldauische SSR bleibt in der Zusammensetzung von 1940 bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 bestehen.
  • 1989: Rumänisch wird zur einzigen Amtssprache erhoben, was zu Konflikten mit den Minderheiten führt.
  • 1990 siegt bei Parlamentswahlen eine nichtkommunistische Mehrheit. Moldawien erklärt sich zum souveränen Staat innerhalb der Sowjetunion.
  • 1991 (27. August): Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Zunächst Bestrebungen zu einer Wiedervereinigung mit Rumänien, worauf die nationalen Minderheiten der Russen und der Gagausen mit Abspaltungsabsichten reagieren.
    Das Land zerfällt in die Republik Moldawien und die östlich der Dnjestrs gelegene, völkerrechtlich nicht anerkannte Transnistrische Moldauische Republik (diese kontrolliert den schmalen Landstrich östlich des Dnjestrs und die Stadt Bendery, wo überwiegend Russen und Ukrainer leben und ein Großteil der Industrie angesiedelt ist). Die Gagausen proklamieren eine Republik Gagausien (südlicher Zipfel des Landes), die ebenfalls von der moldauischen Regierung zunächst nicht anerkannt wird.
  • 1991/92: Die moldauische Regierung versucht mit militärischen Mitteln vergeblich die Kontrolle über die abtrünnige PMR zurückzugewinnen. Einheiten der dort stationierten 14. Russischen Armee stehen auf Seite der Seperatisten. Seit August 1992 Waffenstillstand.
  • 1995: Autonomiestatus für Gagausien. Die Statusfrage für Transnistrien, wo eigene staatliche und militärische Strukturen aufgebaut werden, bleibt weiterhin ungeklärt (trotz Verhandlungen unter Vermittlung von Russland, Ukraine und OSZE).
  • (…)
moldauische Zeitungen & Zeitschriften

nach oben