Motorinnovationen – osteuropäische Autobauer nach der Wende


Die osteuropäischen zogen auch nach der Wende 1989 noch lange Zeit den Spott und Hohn ihrer westlichen Konkurrenz auf sich. Wohl zu unrecht, wie sich mit der Zeit herausstellte. Octavia oder Fabia – auf entsprechenden Fanseiten im Netz findet man alles rund ums Auto aus tschechischer Produktion ? Gerade Kombis oder Limousinen von Skoda sind Dank VW-Technologie speziell im Gebrauchtwagenhandel ja stets ein Renner. Es stimmt natürlich, dass ein großer Teil der Betriebe ihre Arbeit einstellen musste, weil sie weder technisch noch betriebswirtschaftlich überlebensfähig waren, von der katastrophalen Umweltbilanz einiger der damals gefertigten Autos mal ganz zu schweigen. Aber einige der – scheinbar dem Untergang geweihten Firmen – allen voran Skoda schafften eine beeindruckende Wende. Sie übernahmen gezielt das Knowhow und die Technik ihrer in der Entwicklung fortgeschrittenen Gegenspieler. Diese sicherten sich dafür einen exklusiven Zugang zu dem bis dahin noch relativ unerschlossenen Markt in den ehemals kommunistischen Ländern. Dank dieser Kooperation gelang es den Autobauern, ihre Produktion in erstaunlich kurzer Zeit umzustellen und in der Qualität den anderen Autobauern gleichzuziehen. Dabei hatten sie den großen Vorteil, dass sie zuerst auf dem heimischen Markt expandieren konnten. Erst im zweiten Schritt folgte dann eine langsame Expansion auf die anderen Länder, wo sie dank niedriger Löhne und Fertigungskosten bei der Herstellung die anderen Anbieter unterbieten konnten. Dabei kam ihnen die frühere Kooperation wieder zugute, denn technisch gesehen ist ein Skoda heute einem VW zum Verwechseln ähnlich, während preislich immer noch deutliche Unterschiede bestehen. Allerdings geraten auch diese Unternehmen jetzt unter weltweiten Druck. China hat bereits angekündigt, in den europäischen Automarkt einsteigen zu wollen. Ironischerweise ist die Vorgehensweise, die dieser Wirtschaftsgigant dabei anwendet, der der osteuropäischen Autobauer ganz ähnlich.

Bild: © —TiM Caspary  / pixelio.de

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