Pflegekräfte aus Osteuropa – Politisches Handeln gefragt


© Alexander Raths - Fotolia.com

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Stichworte wie „demografischer Wandel“ und „Geburtenschwund“ weisen auf ein Problem hin, dem sich unser Sozialsystem zunehmend stellen muss: der Alterung der Gesellschaft. Das bedeutet zum einen, dass immer mehr Senioren pflegebedürftig werden und zum anderen, dass es immer weniger Junge gibt, die sich um diese Menschen kümmern können. Generell ist der Beruf des Altenpflegers in Deutschland nicht besonders begehrt. Das hängt auch mit der schlechten Bezahlung zusammen. Die Unterbringung der pflegebedürftigen Großeltern in einem Heim ist trotzdem sehr kostspielig, gerade dann, wenn die Krankenversicherung nichts beisteuert.

Viele suchen deswegen nach einer Alternative und finden sie immer häufiger in der Anstellung einer illegal arbeitenden Pflegekraft aus Osteuropa. Derzeit sind circa 200.000 osteuropäische Frauen in Deutschland in der Pflege beschäftigt, nur 3.000 von ihnen arbeiten legal. Daraus entstehen jedoch zahlreiche ernsthafte Probleme. Zum Beispiel fehlt die Arbeitskraft der Frauen nun in ihren Heimatländern. Dort findet der demografische Wandel nämlich ebenfalls statt, teilweise sogar noch extremer, als in der deutschen Gesellschaft. Betroffen sind aber nicht nur ältere Menschen, sondern auch die Kinder der illegal arbeitenden Frauen, die zurückgelassen werden und nun teilweise auf der Straße leben.

Auch sind die Arbeitsverhältnisse der Frauen hier von sozialer Isolation geprägt. Für sie selbst bedeutet die Schwarzarbeit auch das Wegfallen von Kranken- und Sozialversicherung. Mögliche Gründe für Familien, eine illegale Arbeitskraft aus Osteuropa zu beschäftigen, sind zum einen mit Kosteneinsparungen verbunden. Außerdem bedeutet es einen hohen bürokratischen Aufwand eine Arbeitserlaubnis und alle wichtigen Schritte für eine Anstellung in die Wege zu leiten. Viele wählen deshalb lieber den Weg der Schwarzarbeit. Daraus können jedoch ernsthafte rechtliche Folgen entstehen. Die Caritas ruft deshalb die Politik auf aktiv zu werden. Denn nur durch eine gesetzliche Regelung und härteres Durchgreifen können die Verhältnisse geändert werden und die Pflegemigration in geregelte Bahnen geleitet werden.

2 Kommentare

  1. Michaela sagt:

    Ich persönlich kenne auch einige Familien die Polinnen als Pflegekraft beschäftigen. Sie sind sehr zufrieden mit der Arbeit dieser Frauen. Aber so weit ich weiß, sind sie alle gemeldet und somit auch sozialversichert.

  2. Steffi sagt:

    So sollte es ja auch sein. Ich finde es einfach nur schäbig, wenn man Menschen für sich arbeiten lässt und dann diese nicht einmal anmeldet. So schwer wird das doch nun wirklich nicht sein oder?

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