Polens Entscheidung für Atomkraft

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Während Deutschland den Ausstieg aus der Atomenergie plant und voranzutreiben versucht, erlebt diese Technologie in vielen anderen Ländern Europas eine regelrechte Renaissance. Auch im Nachbarland Polen ist eine ähnliche Stimmung zu verzeichnen.
Nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl in den 1980er Jahren war die Akzeptanz für die Atomenergie in der polnischen Bevölkerung drastisch gesunken. Eigentlich hatte sich Polen von der gefährlichen Technologie damals sogar verabschiedet. Doch momentan scheint es, als hätten die Anhänger der Atomkraft in Polen nicht mal von der Katastrophe von Fukushima etwas gelernt. Aktuell setzt das Land wieder auf die Atomenergie und plant den Bau eines ersten Atomkraftwerkes.
Um den Zuschlag für das erste Atomkraftwerk in ihrem Land konkurrieren derzeit 28 Standorte. Das kann man einer Liste entnehmen, die das Wirtschaftsministerium in Warschau erst vor kurzem veröffentlicht hat. Besagte Standorte versprechen sich von einer eventuellen Zusage nicht nur mehr Unabhängigkeit von Russlands Stromversorgung, sondern auch einen wirtschaftlichen Aufschwung. Ganz weit oben auf dieser Liste steht der Name Zarnowiec.
Es handelt sich dabei um eine kleine Gemeinde an der Ostsee, die einige Kilometer westlich von Danzig liegt. Ein Grund, warum Zarnowiec gute Voraussetzungen für ein Kraftwerk bietet, ist die Nähe zum Zarnowieckier See. Aus dem See könnte man das nötige Kühlwasser entnehmen, um ein Atomkraftwerk mit einer Leistung von rund 1600 Megawatt zu kühlen. Für den Fall, dass noch mehr Kühlwasser benötigt wird, könnte ein kleiner Kanal zur Ostsee Abhilfe schaffen.
Momentan werden mehr als 90 Prozent des Stroms in Polen aus dem Verbrennen von Braun- und Steinkohle gewonnen. Ein Grund, warum Polen auf die Atomenergie ausweichen muss, sind die strengen Umweltauflagen, die spätestens im Jahr 2020 erfüllt werden müssen. Dann soll das erste polnische Atomkraftwerk ans Netz gehen. Auf diese Weise könnte man in Polen nicht nur die Umweltauflagen erfüllen, sondern auch einen nicht geringen Anteil des Energiebedarfs des Landes aus eigener (Atom-)Kraft decken.

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