Politik und Fußball= EM-Boykott?


Während sich die ersten Fussballfans nach Bayern Münchens grandiosem Sieg gegen Real Madrid im Champions League Halbfinale bereits in Hochstimmung auf die kommende Fussball-EM in der Ukraine befinden, sorgt die politische Situation im Land für Besorgnis.

Aufsehen erregt hatte das Verfahren gegen Ex-Premier Julia Timoschenko, die wegen angeblichen Amtsmissbrauch zu einer Strafe von sieben Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Neben den dubiosen Umständen, die das Verfahren gegen die Politikerin begleiteten, sind nun auch die Haftbedingungen Thema in den internationalen Medien geworden. Timoschenko klagt über geduldete Misshandlung durch andere Mithäflinge und sieht eine Behandlung durch unabhängige Ärzte als notwendig an. Um dies zu erreichen, ist Timoschenko in einen Hungestreik getreteten, der mit Blick auf die kommende EM auch besonders in Deutschland für Unruhe sorgt.

Obwohl nach offiziellen Stellungsnahmen weder  ein Boykott von Politikern noch von der Seite der deutschen Fussballnationalmannschaft geplant sei, wird von einigen Seiten zumindest die Forderung nach symbolischen Reaktionen laut. DFB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke erklärte, einen “persönlichen Boykott” zu verfolgen und die Ukraine unter gegebenen Umständen auch nicht während der EM bereisen zu wollen. UEFA-Präsident Michel Platini hingegen sprach der sportlichen Situation jegliche politische Dimension ab, und plädierte gegen eine Einmischung in interne politische Angelegenheiten der Ukraine. 

Dass Sport aber immer wieder mit politischen Konflikten Berührungsraum hat, zeigt die jüngst kontrovers diskutierte mögliche Absage des Formel-1-Rennens in Bahrain. Ein weitere Konflikt droht sich mit der Ausrichtung der Eishockey-WM in Weißrussland anzubahnen – das Land wird für Missachtung von Menschenrechten angeprangert.

2 Kommentare

  1. Heiko sagt:

    Und was soll so ein Boykott bitte bringen? Da von wird es auch nicht anders. Platini hat nochmals bekräfitgt sich in keiner politischen Form zu äußern. Vielleicht sollte man sich erstmal überlegen wohin man die Veranstaltug gibt und nicht hinterher dann überrascht tun, wenn sowas bei raus kommt.

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