Rentenreform in Polen?


© Marcin Chodorowski - Fotolia.com

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Laut der europäischen Kommission wird die Wirtschaft in Polen im Jahr 2012 um rund 2,5 Prozent wachsen. Damit hätte Polen die höchste Wachtumsrate von allen EU-Ländern. Doch trotz der wirtschaftlichen Entwicklung steigen die Arbeitslosenzahlen. Die Regierung um Donald Tusk plant nun eine Rentenreform, um die EU Standards zu erfüllen. Bei diesen Neuigkeiten macht sich Unmut breit, vor allem auf Seiten polnischer Sozialisten, die die prekären Beschäftigungsverhälnisse anprangern.

Die geplante Rentenreform erhöht das Einstiegsalter auf 67 Jahre. bisher musste Männer in Polen bis zum 65. Lebensjahr arbeiten und Frauen bis zum 60. Durch die Anhebung auf einheitliche 67 Jahre erfüllt Polen dann die Vorgaben der Europäischen Union. Diese hatte beschlossen, dass Renteneinstiegsalter damit dieWettbewerbsfähigkeit zu steigern. Polen selbst begründet die Anhebung mit der Überalterung der Bevölkerung. Kritiker sehen aber einen anderen Grund für die Reform: Zum einen seien bei einer Arbeitslosenquote von über zehn Prozent und einem Abwandern junger Arbeitskräfte nicht die Geburtenraten als Grund für die Probleme der Rentenkassen zu sehen. Und zum anderen handle es sich bei der Erhöhung des Renteneinstiegsalters letztendlich um eine Kürzung der Bezüge. Lediglich 36 Prozent der über 55-Jährigen befinden sich in einem Anstellungsverhältnis. Durch die Abschaffung des Rechts auf Frührente bei Arbeitsstellen mit besonderer körperlicher Belastung erhöht sich für einige Bürger die reale Lebensarbeitszeit um zehn Jahre.

Kritiker bemängeln, dass trotz der florierenden Wirtschaft nicht viel bei der Bevölkerung ankomme. Im Gegenteil steige die Arbeitslosigkeit und die soziale Lage verschlechtere sich zunehmend. Laut einem Bericht von GlobalWealth gab es im Jahr 2011 in Polen 48.000 Dollar-Millionäre. Nun haben sich 1,4 Millionen Polen mit ihrer Unterschrift gegen die Rentenreform gewandt. Laut Umfragen hat die regierende Bürgerplattform nur noch 28 Prozent Zuspruch und 77 Prozent der Befragten sagen, sie seien unzufrieden mit der Arbeit der Regierung.

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