Länderinformationen: Rumänien (România)

Amtliche Bezeichnung: România (Rumänien)
Hauptstadt:
Weitere größere Städte:
  • Cluj-Napoca (dt. Klausenburg), ConstanţaIaşi (dt. Jassy), Timişoara (dt. Temesvar), Galaţi (dt. Galatz), Braşov (dt. Kronstadt), CraiovaOradea (dt. Großwardein), Satu Mare(dt. Sathmar, ung. Szatmár-Németi), Sibiu (dt. Hermannstadt), Sighişoara (dt. Schäßburg, ung. Segesvár), Brăila, Arad, Ploieşti, (…)
Einwohner: ca. 22,7 Mio. (davon 2,0 Mio. in Bukarest)
Fläche: 238 391 km²
Das heutige Territorium umfaßt im wesentlichen die historischen Gebiete der Moldau, der Walachei und Siebenbürgens.
Verwaltungsgliederung:
  • 40 Bezirke (Judete) und das Munizipium Bukarest: Alba, Arad, Arges, Bacau, Bihor, Bistrita-Nasaud, Botosani, Braila, Brasov, Buzau, Calarasi, Caras-Severin, Cluj, Constanţa, Covasna, Dimbovita, Dolj, Galaţi, Gorj, Giurgiu, Harghita, Hunedoara, Ialomita, Iasi, Maramures, Mehedinti, Mures, Neamt, Olt, Prahova, Salaj, Satu Mare, Sibiu, Suceava, Teleorman, Timis, Tulcea, Vaslui, Vilcea, Vrancea.
Amtssprache: Rumänisch
Das Rumänische gehört zur ostromanischen Sprachfamilie.
Minderheiten: – Ungarische Minderheit: die eigenständige Gruppe der Szekler im Szeklerland (Siebenbürgen) und weitere Rumänienungarn in Siebenbürgen und im Banat.
– Eine stark abnehmende deutsche Minderheit v.a. in Siebenbürgen (Siebenbürger Sachsen), im Banat (Banater Schwaben) und im Gebiet von Satu Mare (Sathmarer Schwaben).
– weitere Minderheiten, u.a. Roma

Religion: ca. 87% Rumänisch-Orthodoxe, 5% Katholiken, 3,5% Griechisch-Orthodoxe, 1% Pfingstler u.a.

Politik:
Währung: 1 Leu (Plural: Lei) (ROL) = 100 Bani
Wirtschaft & Finanzen:
Verkehr:
Bildung & Wissenschaft:
Kultur: Der Nationalschriftsteller Paul Goma (*1935) beleuchtet in seinen Romanen Ostinato und Die Tür den Stalismus die bürokratischen Herrschaftformen in seinem Land. Er lebt seit 1977 in Paris.
Der Schriftsteller Dumitru Tsepeneag (*1939) wählt in seinem Roman Hotel Europa den politischen Umbruch von 1989 in Rumänien zum Thema.

Events:
Tourismus:
weitere Links:
Geschichte: Das Kerngebiet des heutigen Rumäniens besteht aus den historischen Landschaften Moldau [im Nordosten des Landes, zwischen Karpaten und Dnjestr gelegen], Walachei [im Süden des Landes], Siebenbürgen (Transsilvanien) [nordwestlich des Karpatenbogens], der nördlichen Dobrudscha [an der Schwarzmeerküste] sowie aus Teilen des früheren Banats [um die Stadt Timişoara], und der südlichen Bukowina [um die Stadt Suceava].

  • (…)
  • 14. Jh.: Entstehung der Fürstentümer Moldau und Walachei.
  • 15. Jh.: Die Fürstentümer Moldau und Walachei geraten unter osmanische Oberhoheit. Stefan der Große (1457-1504) kämpft gegen die Türken.
  • 1774: Frieden von Küçük Kaynarcı. Die Donaufürstentümer geraten in der Folgezeit zunehmend unter russischen Einfluss.
  • 1812: Bessarabien [das Gebiet zwischen den Flüssen Dnjestr und Pruth] kommt zu Russland.
  • 1829-1856: Die Fürstentümer sind russischer Schutzherrschaft unterstellt.
  • 1859: Alexandru Ioan Cuza vereinigt die Fürstentümer Moldau und Walachei (gemeinsame Hauptstadt ist Iaşi).
  • 1862: Der neue Staat Rumänien mit der Hauptstadt Bukarest wird proklamiert.
  • 1878: Der Berliner Kongress bestätigt die Unabhängigkeit des Fürstentums Rumänien. Rumänien muss erneut das südliche Bessarbien an Russland abtreten, erhält jedoch die nördliche Dobrudscha (diese wird dann rumänisch kolonisiert, die Türken verlassen das Land).
  • 1881: Carol I. (Karl von Hohenzollern-Sigmaringen) wird zum König proklamiert, Rumänien wird Königreich.
  • 1913: Im 2. Balkankrieg annektiert Rumänien den bulgarischen Südteil der Dobrudscha (Cadrilater).
  • 1916-1918: Nach anfänglicher Neutralität im 1. Weltkrieg, erklärt Rumänien Österreich-Ungarn den Krieg (mit dem Ziel, Siebenbürgen zu gewinnen), wird jedoch geschlagen.
  • 1918: Bessarabien erklärt den Anschluss an Rumänien.
  • 1919/20: In den Pariser Friedensverträgen wird das Wilsonsche Prinzip des Selbstbestimmungsrechts der Völker umgesetzt. Deshalb wurde Rumänien der Anschluss der Gebiete Bessarabien (von der Sowjetunion), Siebenbürgen und die Bukowina (vom zusammengebrochenen Österreich-Ungarn), die südliche Dobrudscha (von Bulgarien), eines Teils des Banats und eines Teils von Oberungarn (Oradea, Satu Mare, Arad) bestätigt. Die rumänische Staatsfläche und Bevölkerungszahl verdoppelt sich damit; Rumänien wird zu einem Vielvölkerstaat.
  • ab 1927: (nach der Weltwirtschaftskrise) Entstehung faschistischer Bewegungen (“Eiserne Garde”, “Front der nationalen Wiedergeburt”).
  • 1940: Revisionsansprüche Ungarns (wegen Siebenbürgen) und der Sowjetunion (wegen Bessarabien) an Rumänien.
    Die Sowjetunion besetzt Bessarabien und die nördliche Bukowina (diese Provinz mit der Hauptstadt Czernowitz gehörte vorher nie zu Russland). Der Abtritt Bessarabiens an die Sowjetunion wurde zuvor im Geheimen Zusatzprotokoll zum deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt vereinbart (Ende Juni).
    Nachdem zuvor direkte Verhandlungen zwischen Ungarn und Rumänien gescheitert waren, muss Rumänien nach dem 2. Wiener Schiedsspruch (unterzeichnet von den Außenministern Deutschlands, Italiens, Ungarns und Rumäniens) Nord-Siebenbürgen und das Széklerland an Ungarn abtreten (30. August).
    Das Abkommen von Craiova fordert die Rückgabe der südlichen Dobrudscha an Bulgarien (Folge: Umsiedlungen, Bevölkerungsverschiebung).
    Carol II. wird von Ministerpräsident General Ion Antonescu gezwungen, abzudanken. Carols Sohn Mihai I. wird zum König ausgerufen. Antonescu läßt sich zum “Marschall Rumäniens” ernennen und errichtet eine faschistische Diktatur (Proklamation des “Nationalen Staats der Legionäre”) und tritt dem Dreimächte-Pakt bei (23. November).
  • 1941: Dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion schließen sich unter Diktator Antonescu rumänische Truppen an (22. Juni), mit dem Ziel, die 1940 verlorenen Gebiete zurückzugewinnen.
    Rumänien erobert Bessarabien und die nördliche Bukowina zurück. Die Deutschen überlassen Rumänien das Gebiet zwischen Dnjestr und südlichem Bug in der Ukraine. Letzteres wurde von Rumänien als “Transnistrien” verwaltet.
    Progrome gegen rumänische und ukrainische Juden und Roma, die in Ghettos und Todeslager in Transnistrien deportiert wurden. Unter Antonescus Herrschaft wurden über 300 000 Juden und über 20 000 Roma ermordet.
  • 1942: Erste große Niederlage gegen die sowjetischen Truppen (Dezember). Aufgrund der militärischen Misserfolge verschlechtert sich das Verhältnis zwischen Antonescu und König Mihai I. sowie das Verhältnis zum Dritten Reiches.
  • 1944: Wiedereroberung Bessarabiens durch die Rote Armee.
    Rumänien wechselt die Fronten: Ein neu gebildeter Oppositionsblock, unterstützt auch durch König Mihai I., stürzt Diktator Antonescu; König Mihai I. wird wieder eingesetzt. Rumänien erklärt Deutschland am 25. August nach der Bombadierung Bukarests den Krieg. Die Rote Armee besetzt das Land; Rumänien muss infolge der Kriegsniederlage Bessarabien, die nördliche Bukowina und Transnistrien wieder an die Sowjetunion abtreten.
  • 1947: Im Friedensvertag von Paris werden die folgenden Gebietsverluste bestätigt: die nördliche Bukowina und Bessarabien kommen an die Sowjetunion (zur Moldauischen und Ukrainischen SSR) und die südliche Dobrudscha an Bulgarien. Nord-Siebenbürgen wird mit Rumänien wiedervereinigt.
    König Mihai I. wird von den Kommunisten zur Abdankung gezwungen und geht ins Exil (Dezember). Die Volksrepublik Rumänien wird ausgerufen.
    In der Folgezeit: Umgestaltung von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft nach sowjetischem Vorbild.
  • 1944-1965: Regierung unter Gheorghe Gheorghiu-Dej.
  • 1955: Rumänien tritt dem Warschauer Pakt bei.
  • 1965: Nicolae Ceauşescu wird Nachfolger des verstorbenen Gheorghiu-Dej. Er strebt außenpolitisch nach Unabhängigkeit von der Sowjetunion und baut innenpolitisch mit Hilfe der mit terroristischen Methoden arbeitenden Geheimpolizei Securitate ein diktatorisches System auf. Er propagiert einen “sozialistischen” rumänischen Sozialismus, Ausrufung der Sozialistischen Republik Rumänien.
  • 70er/80er Jahre: Schwere Wirtschaftskrise infolge ineffizienter Wirtschaftspolitik und Zwangskollektivierung der Landwirtschaft. Verarmung der Bevölkerung. Ceauşescus Beschluss, die Auslandsschulden Rumäniens zurückzuzahlen, senkt den Lebensstandard, Lebensmittel werden rationiert.
    Personenkult um Ceauşescu.
  • 1989: Die katastrophale Wirtschaftslage und die Herrschaftsmethoden Ceauşescus führen zu einem Volksaufstand, der Tausende von Toten fordert. Demonstrationen und blutige Kämpfe v.a. in Timişoara und Bukarest (16.-27. Dezember). Am 21. Dezember bestellt das Ceausescu-Regime eine öffentliche Kundgebung in Bukarest ein, die jedoch in eine Demonstration für Freiheit und Demokratie umschlägt Securitate-Truppen und Armee richten ein Blutbad an. Nachdem der Verteidigungsminister erschossen wurde, weil er sich weigerte, die Armee weiter gegen das Volk einzusetzen, stürmten die Massen das Gebäude des Zentralkomitees der KP. Die Armee stellt sich auf Seite der Aufständischen, Ceauşescu, der mit seiner Frau per Helikopter zu flüchten versucht, wird verhaftet und kurz darauf zusammen mit seiner Frau erschossen.
    Die “Front der nationalen Rettung” unter Ion Iliescu (ein ehemalieger Weggefährte Ceauşescus) übernimmt die Führung.
  • 1990: Bei den ersten freien Wahlen erringen die “Reformkommunisten” um Iliescu den Sieg (Mai), Iliescu wird Präsident, Petre Roman Premierminister.
    Andauernde Demonstrationen vor der Bukarester Universität gegen den anhaltenden politischen und wirtschaftlichen Einfluss von Personen aus der Ceausescu-Ära. Iliescu ruft Bergarbeiter aus dem Schiltal (Valea Jiului) nach Bukarest, um mit deren Hilfe die Proteste gegen seine Regierung zu unterdrücken (Juni). Die Demonstranten werden brutal auseinandertreiben und Häuser von Oppositionsführern angegriffen.
  • 1991: Premierminister Roman muss zurücktreten (September), nachdem die Bergarbeiter nach Bukarest zurückkehrten, um höhere Löhne und bessere Lebensbedingungen zu fordern.
  • 1992: Präsident Iliescu wird wiedergewählt.
  • 1996: Die Opposition gewinnt die Parlamentswahlen, Emil Constantinescu wird Präsident.
  • (…)
  • 2004: Beitritt Rumäniens zur NATO
  • (…)
rumänische Zeitungen & Zeitschriften

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