Russland: Fakten, Trinkgewohnheiten, Sprüche und das landestypische Essen

  • Hauptstadt: Moskau.
  • Währung: 1 Rubel = 100 Kopeken
  • Bevölkerung:
    ca. 147 Millionen Einwohner. Davon sind 83% Russen. Es leben 130 Völkerschaften, 0,6% der Bevölkerung sind Deutsche.
    Zu den größten Gruppen anderer Völker zählen Tartaren, Ukrainer, Tschuwaschen, Dagestaner, Baschkiren, Weißrussen und Mordwinen
  • Staatsform:
    Föderale Präsidialrepublik. Präsident seit 2000 – Wladimir Putin.
    Bis 1991 war Russland die Hauptrepublik der UdSSR und wird im Ausland oft als Synonym für Sowjetuniion benutzt. Das ist irreführend, obwohl verständlich, weil Russland drei Viertel des Gesamtterritoriums der ehemaligen UdSSR eingenommen hat.
  • Geographische Lage:
    Russland ist über 17 Millionen km² groß. Das sind 11,5% des gesamten Festlands. Damit ist Russland der flächenmäßig größte Staat der Erde. Zum Vergleich: Russland ist fast 50-mal so groß wie Deutschland und fast doppelt so groß wie die USA. Es liegt in Osteuropa und Asien. Getrennt sind die beiden Kontinente durch das 2000 km lange Uralgebirge. Das Land kann in drei Hauptregionen geteilt werden: Europäisches Festland, Sibirien und Russlands Fernosten.
  • Religion:
    Ungefähr 50% der Bevölkerung gehört der Russisch-Orthodoxen Kirche an. Dennoch sind auch andere Religionen vertreten wie etwa der Islam (zu 15%), Katholizismus, Judentum, Buddhismus, Naturreligionen etc.
    Durch ein vor etwa zwei Jahren erlassenes Gesetz erhielten allerdings die Orthodoxe Kirche und der Islam eine Sonderstellung vor dem Gesetz und die Aktivitäten anderer Religionen wie z.B. Missionierung und Gemeindegründungen wurden erschwert. Es lässt sich nicht übersehen, dass die Kirche in Russland in einer Renaissance begriffen ist. Von den Kommunisten requirierte Kirchen und Klöster werden der Kirche zurückgegeben und oft aufwändig saniert oder gar ganz neu aufgebaut.
    Die Menschen in Russland entdecken mehr und mehr die Religion wieder, aber eher unter dem Aspekt der Tradition. Die wenigsten, meist alte Frauen, sind regelmäßig in der Kirche oder nehmen sonst wie am Gemeindeleben teil.

Russische Küche

  • Lass mich in deinen Suppentopf gucken, dann weiß ich, wer du bist”,
    heißt ein altes russisches Sprichwort. Die Seele und auch die Geschichte von “Mütterchen Russland” spiegeln sich in diesen Worten wider. Russland war lange Zeit ein Agrarland, dessen kulinarische Erzeugnisse nicht zuletzt zum Aufblühen des riesigen Landes beitrugen.
  • Die russische Küche ist überaus vielfältig, da in ihr Speisen und Spezialitäten vieler Volksgruppen vertreten sind. Ein festliches Essen beginnt in Rußland stets mit Sakusi (kalten Vorspeisen), einer ganzen Reihe unterschiedlicher Salate, Sülzen, eingelegten Fisch, Kaviar, Wurst, Piroshki, gefüllten Eiern, belegten Brötchen.
  • Gerade in den kalten Monaten des Jahres sind Suppen und Eintöpfe besonders beliebt, denn sie sind nahrhaft und wärmen den Körper von innen. Kaum eine internationale Küche räumt der Suppe einen höheren Rang ein als die russische.
  • Wodka darf an keiner russischen Tafel fehlen. Eiskalt serviert und mit mindestens 40 Prozent. Angeblich kommt nur so das ganze Aroma der Speisen zur Geltung, außerdem hilft er, das oft fette Essen besser zu verdauen.

Sprichwörter / Witze

  • Trinksprüche
    Wodka ist Gift, Gift ist Tod, Tod ist Schlaf, Schlaf ist Gesundheit. Wollen wir auf unsere Gesundheit trinken!Wir wünschen allen Frauen, dass sie nur von schönen und exotischen Tieren umgeben sind. Dass sie einen Jaguar in der Garage haben, einen Tiger im Bett, einen Zobel um die Schultern und einen Esel, der das alles bezahlen kann.
  • Sprichwörter
    Ein froher Gast ist niemands Last.
    Der russische Mensch liebt das Vielleicht, das Ungefähr und das Irgendwie.
    Wer satt ist, wird nie einen Hungernden verstehen.
    Die grössten Menschen sind jene, die anderen Hoffnung geben können
    Wir sind auf Erden, um das Glück zu suchen, nicht um es zu finden
    Solange man bewundert und lieben kann, ist man immer jung.
    Nach einem guten Essen ist der Mensch klüger
  • Russische Witze
    “Die UdSSR”, prahlt ein sowjetischer Offizier, “ist so groß, dass man von der West- zur Ostgrenze 14 Tage mit der Eisenbahn benötigt!” “Ja, ja”, seufzt da der DDR´ler verständnisvoll, “diese ewigen Kontrollen…”Der russische Zollbeamte steckt seinen Kopf ins offene Fenster des Autos und fragt den deutschen Touristen: “Alkohol, Zigaretten?” – “Nein, zweimal Kaffee bitte!”Ein amerikanischer Millionär ist in Moskau in einem Luxus-Hotel abgestiegen. Er fühlt sich beleidigt, weil ihm nicht genügend Achtung erwiesen worden ist, und sagt dem Kellner herausfordernd: “Bring mir mal eine Speise für 1000 Dollar.” “Es tut mir leid, aber halbe Portionen gibt es bei uns nicht.”Ein Russe, Engländer, Franzose und Deutscher erlitten Schiffbruch und gerieten auf eine unbewohnte Insel. Nach einigen Monaten fanden die Männer plötzlich eine Flasche am Meeresufer. Sie zogen den Korken heraus. Plötzlich stieg ein Geist aus der Flasche auf und sagte: “Ich erfülle jedem von euch zwei Wünsche.” Der Engländer: “Einen Sack voller Geld und nichts wie nach Hause”. Der Franzose: “Eine hübsche Frau und nichts wie nach Hause.” Der Deutsche: “Einen Mercedes und nichts wie nach Hause.” Als letzter war der Russe an der Reihe. Er überlegte ein paar Minuten und sagte dann: “Es war doch eine schöne Gesellschaft. Eine Kiste Wodka und die drei zurück!”Die Russen haben einen geländegängigen Superkraftwagen erfunden. Eine Gruppe von Experten aus Deutschland wurde eingeladen, um die Neuheit zu bewundern. Das taten sie denn auch. Nach einer ganzen Weile sagte einer aus der Gruppe zu einem anderen: “Was die Russen sich alles ausdenken! – Anstatt lieber die Straßen zu verbessern!”Frage an den Radiosender Jerewan: “Welcher Unterschied besteht zwischen Rubel, Dollar und Pfund?” – Antwort: “Ein Pfund Rubel sind ein Dollar”.
  • Russland in aller Munde 
    Zwischen Russland und Amerika liegen Ozeane. Zwischen Russland und Deutschland liegt die große Geschichte. (Michael Stürmer, deutscher Historiker)Der Russe ist zu allem fähig und gewöhnt sich an jedes Klima. Man schicke ihn meinetwegen nach Kamtschatka und gebe ihm nur warme Handschuhe, er wird sich in die Hände spucken, nach der Axt greifen, hingehen und sich ein neues Haus zimmern. (Nikolai Gogol) In der heutigen Welt will uns niemand mehr befehden. Aber auf uns wartet auch niemand (W. Putin, Präsident der russischen Föderation, 2002) Russland ist mit dem Verstand nicht zu begreifen, mit der gewöhnlichen Elle nicht zu messen;
    Russland hat einen besonderen Charakter – An Russland kann man nur glauben.
    (Schriftsteller Fjodor Tjutschew)

Staatschef Putin: Alkohol-Verkäufe erfreuen den Finanzminister

Der Wodka ist das Nationalgetränk der Russen, getrunken von Jung und Alt, Arm und Reich, an Werk- wie an Feiertagen. Die Halbliterflasche mit dem schlichten Etikett war in jedem russischen Haus zu allen Zeiten ein gern gesehener Gast. Sie überstand die Revolution, Kriege und Perestroika. Vieles musste sie erdulden. Wodka wurde verdünnt, schwarz gebrannt, gestohlen, auf Karten verkauft, verboten. Man kaufte den Wodka bei Spekulanten, Hausmeistern, Taxifahrern, Nachtwächtern. Mit ihm wurden Erkältungen kuriert, der Verstorbenen gedacht, Brautpaare beglückwünscht, Jubiläen begangen, die Schwermut ertränkt. Ob der Kauf des ersten Autos oder der Freikauf der Braut bei den Schwiegereltern: von Moskau bis Wladiwostok sind in diesen Fällen mindestens 100 Gramm Wodka fällig.

  • Viele Russen schreiben dem Wodka außerdem mythische Eigenschaften zu: Pur oder zusammen mit Honig, Pfeffer oder Kräutern soll er nicht nur Erkältungen, sondern auch ernsthafte Krankheiten besiegen. Selbst sowjetische Atomwissenschaftler sollten sich mit ausreichend Wodka gegen Strahlenschäden gewappnet gefühlt haben.
  • Wie wird denn der Wodka im heutigen Russland getrunken? Genau so wie vor 50 Jahren: auf dem Dorf aus Wassergläsern, in der Stadt aus Schnapsgläsern. Das Wort für “Alkohol trinken” heißt wörtlich übersetzt “austrinken” und das “Was” braucht man dabei gar nicht mehr zu erwähnen, man versteht es auch so. Es gibt drei goldenen Regeln des Wodkatrinkens:
    Erstens: Zum Essen, nicht davor und nicht danach. Zum Wodka gehört auch ein handfester Imbiss: saure Gurken, Wurst, Sauerkraut, hausgemachte Sülze, Salate. Süßes oder in westlichen Ländern beliebte Partysnacks kommen nicht in Frage. Zum Wodka gehört auch manchmal ein zusätzliches Getränk wie Mineralwasser oder Saft, das man nach dem Wodka trinkt, um das Brennen herunterzuspülen. In der zaristischen Zeit hat man sogar vor dem Wodka einen Becher feinsten Sonnenblumenöls getrunken, um damit Kehle, Schlund, Magen und Eigenweide einzusalben und so den Wodkaströmen standhalten zu können. Übrigens ist es in Russland nicht üblich, unterschiedliche, zu den einzelnen Gängen passende Getränke zu servieren. Alle Sorten stehen auf dem Tisch und können nach Belieben zusammen oder nacheinander getrunken werden – auch Wodka und Cognac. Man kann in Russland kaum erleben, dass geöffnete Wodkaflaschen nicht ausgetrunken, sondern in den Schrank zurückgestellt werden. Übrigens, die einheimischen Wodkaflaschen waren zur Sowjetzeit traditionell nicht wieder verschließbar. Wenn man sich zu einer Festlichkeit verspätet, wird man bestraft. Man bekommt ein großes Glas voll Wodka. Das Glas hat keinen Fuß, es kann also nicht abgestellt werden und muss ausgetrunken werden. Vielleicht sind die Russen deshalb nicht so pünktlich?
  • Zweitens: Man trinkt niemals weniger als 50 Gramm in einem großen Schluck und nicht still in sich hinein, sondern in der Runde und im Takt der Trinksprüche. “Trinken ohne Trinkspruch ist Trinksucht”, besagt ein altes russisches Sprichwort. Viele lange Trinksprüche kommen auch aus dem Georgischen. Das kann ein Wunsch für Glück oder Gesundheit sein, dem oft ein Witz vorausgeht. So ein stilistisch abgerundeter Trinkspruch ist eine Kunst für sich: Wodka ist Gift, Gift ist Tod, Tod ist Schlaf, Schlaf ist Gesundheit. Wollen wir auf unsere Gesundheit trinken! Oder: Wir wünschen allen Frauen, dass sie nur von schönen und exotischen Tieren umgeben sind. Dass sie einen Jaguar in der Garage haben, einen Tiger im Bett, einen Zobel um die Schultern und einen Esel, der das alles bezahlen kann.
  • Drittens: Gleich nach dem Schlucken muss man in etwas Salziges oder Scharfes beißen oder sogleich mit dem Essen beginnen, in dessen Verlauf die ganze Prozedur zu wiederholen ist. Es muss erwähnt werden, dass der Genuss des ersten Gläschens Wodka für die Russen ein bedeutsamer und zutiefst intimer Akt ist. Jeder vollzieht auf ganz eigene Weise, mit eigenen Gesten und Worten. Und nun stellen Sie sich vor, dass Sie nicht einfach ein Glas mit 100 Gramm kristallklarem Wodka in der Hand halten. Werfen Sie einmal einen Blick in Ihr Glas. Dort spiegelt sich die Geschichte eines mächtigen Landes und seines leidgeprüften Volkes wider, ein Auf und Ab mit Erfolgen und Niederlagen – und mit Widersprüchen, die unüberwindlich scheinen. Der berühmte russische Schriftsteller Fjodor Tjutschew hat einmal gesagt:
    Russland ist mit dem Verstand nicht zu begreifen,
    mit der gewöhnlichen Elle nicht zu messen;
    Russland hat einen besonderen Charakter –
    An Russland kann man nur glauben.