Länderinformationen: Ukraine (Україна)

Amtliche Bezeichnung: Ukraine (Ukrajina)
Hauptstadt:
  • Kyjiv (Kyiv, russ. Kiev, Kiew).
Weitere größere Städte:
  • Bila Cerkva, Černihiv (russ. Černigov), Čerkasy, Černivci (russ. Černovcy, dt. Czernowitz), Dniprodzeržyns’k, Dnipropetrovs’k (russ. Dnepropetrovsk), Donec’k (Donezk, bis 1924 Jusovka, 1924-61 Stalino), Charkiv (russ. Charkov), Gorlivka, Ivano-Frankivs’k (russ. Ivano-Frankovsk, bis 1962 Stanislav), Kirovohrad (russ. Kirovograd), Chemel’nyc’kyj (russ. Chmelnitsky), Cherson, Kramators’k, Kremenčuk, Kryvyj Rih (russ. Krivoj Rog), L’viv (russ. L’vov, dt. Lemberg), Luhans’k (russ. Lugansk, 1935-58 und 1970-89 Voroshilovgrad),Luc’k, Makaijivka, Mariupol’ (1948-89 Ždanov), Mykolajiv (russ. Nikolaev), Odesa (russ. Odessa), Poltava, Rivne (russ. Rovno), Sevastopol’, Simferopol’, Sumy, Ternopil’ (russ. Ternopol), Uman’, Užgorod (ung. Ungvár), Vinnycja (Winniza), Zaporižžja (Saporoschje, bis 1921 Aleksandrovsk), Žytomyr (Schitomir) (…)
Einwohner: ca. 48,4 Mio. (davon 2,6 Mio. in Kiew)
Fläche: 603 700 km²
Verwaltungsgliederung: 24 Regionen (Oblast’), 2 Großstädte mit dem Status einer Oblast’ (Kyjiv und Sevastopol’) und die Autonome Republik Krym.
Regionen: Čerkasy, Černihiv, Černivci, Charkiv, Cherson, Chmel’nyc’kyj, Dnipropetrovs’k, Donec’k, Ivano-Frankivs’k, Kyjiv, Kirovohrad, Luhans’k, L’viv, Mykolajiv, Odesa, Poltava, Rivne, Sumy, Ternopil’, VinnycjaVolyns’ka Oblast’, Zakarpats’ka Oblast’ (Transkarpatien), Zaporižžja, Žytomyr.
Amtssprache: Ukrainisch
Das Ukrainische ist eine ostslawische Sprache und wird mit kyrillischen Buchstaben geschrieben. Gesprochen wird vor allem in der Ostukraine auch Russisch und “Suržyk” (ein unbewußte Mischung aus der russischen und ukrainischen Sprache).
Minderheiten: Russen (v.a. auf der Krim und im Süden und Osten der Ukraine), Juden (v.a. in Kyiv in der Gegend um Odesa, Dnipropetrovs’k und Charkiv), Weißrussen, Moldauer, Krimtataren, Bulgaren (Odesa, Zaporižžja), Polen (L’viv, Žytomyr, Chmel’nyc’kyj), Ungarn (Transkarpatien), Rumänen (Bukowina), Deutsche (Odesa, Dnipropetrovs’k, Donec’k) u.a.
Religion: In der Ukraine rivalisieren mehrere Kirchen um Gemeinden und Kirchengebäude, u.a.:

  • Ukrainische Orthodoxe Kirche (Moskauer Patriarchat).
  • Ukrainische Orthodoxe Kirche (Kiewer Patriarchat), 1992 vom Moskauer Patriarchat abgespalten.
  • Ukrainische Autokephale Orthodoxe Kirche (in den 20er Jahren gegründet).
  • Griechisch-Katholische Kirche (im Westen des Landes; Gottesdienste werden nach orthodoxem Ritus gefeiert, als Oberhaupt wird der Papst anerkannt).
Politik:
Währung: 1 Hryvna = 100 Kopeken
Wirtschaft & Finanzen:
Transport:
Bildung & Wissenschaft:
Kultur: Literatur: Im 19. Jahrhundert entsteht eine ukrainische Nationalliteratur. Der bedeutendste ukrainische Dichter ist Taras Ševčenko (1814-1861). Sein gesamtes Werk wird von der Auflehnung gegen die Unterdrückung und die Leibeigenschaft bestimmt: In der Verserzählung Hajdamaki (1841) schildert er den Volksaufstand von 1768 in der rechtsufrigen Ukraine gegen die polnische Unterdrückung. Den literarischen Ruhm brachte ihm seine Gedichtsammlung Kobzar (1840). Weitere bekannte ukrainische Schriftsteller und Dichter sind: Ivan Franko, Lesja Ukrajinka, Viktor Neborak, Olena Teliha, Jurij Andruchovyč u.a.

Tourismus: Touristisch interessante Ziele sind vor allem die Krim, die Karpaten sowie die Städte Kiew, Lemberg, Odessa und Czernowitz.

weitere Links:
Geschichte: In der Geschichte bildete der Fluss Dnipro (russ. Dnepr) eine Grenzlinie: Die linksufrige Ukraine gehörte über mehrere Jahrhunderte zu Russland, die rechtsufrigen Landesteile standen abwechselnd unter der Herrschaft von Litauen, Polen und Österreich.

  • 9.-13. Jh.: Kiewer Rus’. Blütezeit des Kiewer Reiches unter Großfürst Vladimir (978-1015). Vereinigung Galiziens und Wolhyniens zu einem Fürstentum (1199). Mit der Invasion der Mongolen (Goldene Horde) 1237-1240 verliert Kiew an Bedeutung.
  • 1569: Mit der polnisch-litauischen Realunion von Lublin kommen die ukrainischen Gebiete an das Königreich Polen (Seit dem 14. Jh. haben Polen und Litauen den größten Teil des ukrainischen Gebietes erobert.)
  • 1591-96 und später: Aufstände von Kosaken-Gemeinschaften gegen die polnische Herrschaft in der Ukraine.
  • 1648: Kosaken- und Volksaufstand unter der Führung von Hetman Bogdan Chmel’nic’ki. Bildung eines autonomen Hetmanats der Dnepr-Kosaken (besteht bis 1699).
  • 1654-67: Polnisch-russischer Krieg. Polen verliert die ukrainischen Gebiete östlich des Dneprs an Russland.
  • 1772-95: Infolge der drei Teilungen Polens fallen die ukrainische Gebiete westlich des Dneprs und Wolhynien an Russland. Galizien und die Bukowina werden Österreich zugeschlagen.
  • 1783: Annexion der Krim durch Russland
  • 1794: Begründung der Stadt Odessa.
  • 1918: Die Unabhängigkeitsbewegung führt zur Gründung der Ukrainischen Nationalrepublik in Kiew und der Westukrainischen Volksrepublik in Ostgalizien. Diese vereinigen sich 1919.
  • 1919: Die Bolschewiki erobern Kiew und gründen die Ukrainische SSR. Die West-Ukraine (Ostgalizien und Lwiw) wird von der polnischen Armee besetzt und kommt zu Polen (bis 1939), die Karpato-Ukraine an die Tschechoslowakei, die Bukowina an Rumänien.
  • 1922: Die Ukrainische SSR wird Teil der neugegründeten Sowjetunion.
  • 1932/33: Große Hungersnot
  • 1938: (Nov.) Erster Wiener Schiedsspruch. Die Karpato-Ukraine (die Gebiete um Mukačeve (ung. Munkács) und Užgorod (ung. Ungvár)) wird Ungarn zugesprochen.
  • 1939: Die Karpato-Ukraine wird nach einer Unabhängigkeitserklärung von Ungarn besetzt. Eingliederung der West-Ukraine in die Ukrainische SSR
  • 1941: Deutscher Angriff auf die Sowjetunion und Besetzung der Ukraine durch deutsche Truppen.
    Die Organisation ukrainischer Nationalisten (OUN) proklamiert in Lemberg einen ukrainischen Staat (30. Juni), der jedoch von den Deutschen nicht akzeptiert wird.
    Die deutschen Besatzer richten das Reichskommissariat Ukraine ein (20. August), das die Zentralukraine bis zum Dnepr, die ehemalige polnische Wojewodschaft Wolhynien sowie den südlischen Teil Weißrusslands umfasste. Ermordung der jüdischen Bevölkerung, mehrere Millionen Ukrainer werden in der folgenden Zeit zur Zwangsarbeit in das Deutsche Reich deportiert. Über 30.000 Juden werden in der Schlucht von Babij Jar (Kiew) erschossen.
    Im August 1941 wird “Transnistrien” (das Gebiet zwischen Dnister und Südlichem Bug) zum rumänischen Protektorat erklärt. Die Region diente als Abschiebegebiet für Juden und Roma, es entstanden zahlreiche Ghettos und Todeslager.
    Ab Juli 1941 deportiert die Sowjetmacht die deutschstämmige Bevölkerung von der Krim und den Gebieten östlich des Dneprs nach Mittelasien, da sie der Kollaboration mit Deutschland beschuldigt wurde. Die sich im Reichskommissariat Ukraine befindende deutsche Bevölkerung hieß in der Verwaltungssprache “Volksdeutsche”, standen formal unter dem Schutz des Deutschens Reiches und wurden mit Vorstoßen der Roten Armee ins Reichsgebiet “evakuiert”.
  • 1943 (ab April) Rückeroberung der Ukraine durch sowjetische Truppen.
  • 1944: Ostgalizien, Wolhynien, die Karpato-Ukraine, die Nordbukowina und der Südteil Bessarabiens kommen zur Ukrainischen SSR.
  • 1954: Die Krim wird der Ukraine angegliedert.
  • 1972: Volodymyr Ščerbyc’kyj wird Parteichef (amtiert bis 1989).
  • 1986: (26. April) Katastrophe im Kernkraftwerk Tschernobyl.
  • 1991: Unabhängigkeitserklärung der Ukraine. Leonid Krawtschuk wird erster Staatspräsident. Anschluß an die GUS.
  • 1992: Streit mit Russland um die Schwarzmeerflotte und die Krim; die Krim erhält weitgehende Autonomie innerhalb der Ukraine.
  • 1994: Leonid Kutschma zum Staatspräsidenten gewählt.
  • 1997: Russisch-Ukrainischer Freundschaftsvertrag besiegelt Einigung über die Schwarzmeerflotte.
  • (…)
Veranstaltungen in der Ukraine ukranische Zeitungen  

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