Ungarische Weine sind in Deutschland (wieder) beliebt


Auf dem Gebiet des heutigen Ungarn wird seit der Antike Wein angebaut. Als das Gebiet besetzt wurde, wurden auch die Reben eingeführt. Trauben werden seither kultiviert. Während der Christianisierung des Landes im 11. Jahrhundert wurde durch den Bedarf an Messwein eine stabile Nachfrage geschaffen. Es etablierten sich Weingüter, besonders im Süden und Osten des Landes. Von dort kam ein Rotwein, der als Stierblut bezeichnet wurde. Einer Legende nach hatten ungarische Soldaten vor Kämpfen diesen Wein getrunken, um ihren Mut zu stärken. Als die Eroberer die mit dem roten Saft getränkten Bärte de Soldaten sahen, dachten sie, diese hätten das Blut von Stieren getrunken, um sich zu stärken. Angeblich ergriffen sie daraufhin die Flucht. Ob das wahr ist, bleibt fraglich. Doch selbst als die Muslime den Osten des Landes besetzten, wurde weiterhin Wein gekeltert. Der Wirtschaftszweig war zu wichtig und zu lukrativ, als dass man ihn hätte verbieten können und wollen.

Ein wesentlich größeres Problem als religiöse Regeln waren für die Winzer die sozialistischen Produktionsmethoden. Als Ungarn nach dem Krieg sozialistisch wurde, wurden die zahlreichen kleinen privaten Winzerbetriebe zu großen staatlichen Produktionsbetrieben zusammengeschlossen. An die Stelle von Traditionsweinen traten nun qualitativ minderwertigere Massenweine, die für den großvolumigen Export ins nahe Ausland bestimmt waren. So wurde der Ruf der ungarischen Weine zunehmend schlechter.

Nach der Wende wurden die Betriebe wieder privatisiert und es eröffneten sich neue Möglichkeiten. Eine junge Generation von Winzern hat alsbald die veränderte Marktlage erkannt und entsprechend reagiert. Europäischer Wein hat im Billigsegment wenig Chancen gegen Weine aus Übersee. So setzen die ungarischen Winzer seit zwanzig Jahren wieder zunehmend auf Qualitätsprodukte, und arbeiten daran, ihr Markenimage wieder aufzubessern. Zur Zeit werden in Ungarn Qualitätsweine produziert, die wesentlich günstiger zu haben sind als die meist gleichwertigen Weine aus anderen Ländern, die typischerweise mit der Weinproduktion in Zusammenhang gebracht werden.
Bild: Marvin Siefke  / pixelio.de

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